Cradle to Cradle & nachhaltige Gebäude

24 november 2016
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Cradle to Cradle & nachhaltige Gebäude

Cradle to Cradle Café in Frankfurt am Main

Am 24. November fand das zweite Cradle to Cradle Café in Frankfurt statt. Der niederländische Keramikflächenspezialist Mosa lud hierzu ein, gemeinsam mit den Partnerunternehmen Ahrend und Desso, produzenten von Büromöbel und Teppichboden.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung des Cradle to Cradle® (C2C) Prinzips und dessen Anwendung in Nachhaltige Gebaude. Ein Thema, das für Fachleute aus der Baubranche von großem Interesse ist. Mit Johannes Kreissig, Mike Blicker, und Daniela Schelle, gab es drei angesehene Experten als Redner für das Event die interessante und unterhaltsame Einblicke in das Thema „Cradle to Cradle und nachhaltige Gebäude“ gegeben haben.

Heute fur Morgen bauen… mit einfach gute Produkte

Wenn ich wissen will, was morgen gefragt ist, muss ich die gesellschaftlichen Trends betrachten. Nachhaltigkeit spiegelt das Wertesystem der zukünftigen Gesellschaft wider.“

Auf inspirierende Weise stellte herr Johannes Kreissig, Geschäftsführer der DGNB, die DGNB Ziele somit ihr Konzept für nachhaltige Gebäude vor. Aber, was sind nachhaltige Gebäude? Das DGNB Zertifikat macht Nachhaltigkeit „messbar“ und damit für den Bauherren bestellbar. Es ist eine ganzheitliche Planungsphilosophie verbunden mit einem „Management-Werkzeug“ für die Umsetzung.

Bauprodukte haben an verschiedensten Stellen einen direkten Bezug ins DGNB System. Der Bauprofi wunscht Produkte die so gut sind, das man sie rucksichtslos verwenden kann. Die C2C Philosophie und zertifizierte Produkte liefern wertvolle Beiträge für das Planen, Bauen und Betrieben von Nachhaltigen Gebäuden. Damit wurde den Rahmen für den weitere Diskussion gesetzt.

Buildings As Material Banks

Mike Blicker, wissenschaftlicher Koordinator bei EPEA Internationale Umweltforschung GmbH, stellte zuerst nochmal die Designprinzipien von C2C vor: Abfall ist Nahrung, Verwendung erneuerbarer Energien und Nutzung der Vielfalt der Natur. Eine kontroverse Sichtweise zu dem bisher vorherrschenden Grundsatz „Vermeiden, Reduzieren, Sparen“. Auf die Architektur angewendet bedeuten die C2C Prinzipien einen Wandel hin zur Verwendung von ausschließlich qualitativ hochwertigen, sortenreinen und nicht-giftigen Baumaterialien. Design und Konstruktion sind so zu gestalten, dass bei der Zerlegung eines Gebäudes Elemente oder Werkstoffe voneinander getrennt und somit die einzelnen Bestandteile wiederverwendet werden können.

Produkte & Gebäude sind heute meistens noch nicht für die Wiedergewinnung von Wertstoffen entworfen: sehr oft gibt es keine Informationen zur Produktzusammensetzung und Restwert. Das Konzept der Material Passports bieten eine Lösungsoption. Es ist ein Teil des EU Projekts „Building as Material Banks“ (BAMB), in dem neue Konzepte im Bereich Konstruktion, Materialmanagement und Materialauswahl entwickelt und umgesetzt werden, um eine kreislauffähige Bauindustrie zu ermöglichen. Das Projekt hat in September 2015 angefangen und wird bis Anfang 2019 dauern. 16 Partners aus 8 EU Ländern nehmen teil, und es gibt ein Stakeholder Network. Mehr Information: www.bamb2020.eu

Kreislaufwirtschaft im Kulturvergleich

Wie ist es möglich, dass C2C-Prinzipien in Deutschland noch so wenig Fuß gefasst haben, während Nachhaltigkeit im Allgemeinen ein so großes Thema ist und einer der Begründer des C2C-Gedankens sogar ein Deutscher Chemiker ist?! Mit Gespür für die kleinen, aber bedeutsamen kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden, zwischen Gefühl und Ratio, versuchte Daniela Schelle der Sache auf den Grund zu gehen.

Frau Schelle ist Innenarchitektin und Associate Partner bei Kraaijvanger Architects in Rotterdam.

Sie beschäftigt sich vor Allem mit der Entwicklung innovativer Arbeitswelten. Gesundheidsaspekte sind dabei immer wichtiger geworden: Bewegung, Entspannung, Selbstbestimmung und nicht zuletzt gesunde Materialen und ein effektiver Beitrag zu einem besseren Milieu. Kraaijvanger Architects hat in 2009 den Wettbewerb für Neubau und Interieur des zukünftigen Stadtbüros von Venlo gewonnen. Das Gebäude ist als erstes öffentliches Gebäude in den Niederlanden zu 100% nach den C2C-Gesichtspunkten entwickelt. Und obwohl es erst an 25sten Oktober 2016 eröffnet wird, verdrängen sich Deutsche Delegationen um das Phänomen zu bestaunen.

Interaktiver Austausch über die Zukunft des Bauens

Die Vorträge gaben interessante und tiefgreifende Einblicke in die C2C Ansatz im Rahmen von Nachhaltiges bauen. Es entstanden interessante und produktive Diskussionen zwischen Fachpublikum und Rednern, und die Veranstaltung wurde ein inspirierendes Austauschplatform.

presentation-johannes-kreissig-24-11-2016

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